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Volles Programm in der Kunstsammlung NRW

Eine umfangreiche Darstellung mit vielen internationalen Leihgaben zum Motiv des Fensterbildes seit der Klassischen Moderne, der Einblick in die bedeutende Klee-Kollektion sowie international beachtete Künstler prägen das Ausstellungsprogramm des Jahres 2012.

Im K20 und K21 gibt es 2012 viele attraktive Ausstellungen.

Einen Blick auf die lebhafte Kunstszene Polens werfen die Ausstellung mit den Künstlern Wojciech Bakowski und Piotr Bosacki sowie eine Präsentation der Künstlerin Katarzyna Kozyra. Für das Labor der Abteilung Bildung wird der amerikanische Künstler Dan Graham eigens ein Projekt entwickeln, das sich mit der Sammlung und ihren Besuchern befasst.

Höhepunkt des Ausstellungsjahres am Grabbeplatz ist die Schau Fresh Widow. Fenster-Bilder seit Matisse und Duchamp (31.03.2012 – 12.08.2012). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen Künstler wie Robert Delaunay, Henri Matisse und René Magritte das isolierte Fenster als Bildmotiv zu nutzen, um die Freiheit der Malerei von ihrer Funktion des Abbildens zu erproben und tradierte Regeln zu hinterfragen. Mit der Replik eines französischen Fensters, dessen Scheiben er mit schwarzem Leder abklebte, postulierte Marcel Duchamp mit Fresh Widow 1920 seinen Abschied von der illusionistischen Malerei. In den Werken jüngerer Künstler wie Ellsworth Kelly, Christo oder Gerhard Richter leert sich das Fenster, es erblindet oder zerspringt und es verweigert den Blick auf die Welt, um einer neuen, autonomen Bildsprache Raum zu geben. Weitere Künstler in der Austellung sind unter anderem Eva Hesse, Robert Motherwell, Isa Genzken, Günther Förg, Jeff Wall, Sabine Hornig und Olafur Eliasson.

Ab Herbst werden in den Räumen des K21 – im Jahr nach dem 50. Gründungsjubiläum der Landessammlung – erstmals alle 100 Werke des Künstlers Paul Klee aus dem eigenen Besitz in einer kuratorisch und konservatorisch neu erarbeiteten Präsentation gezeigt.

100 mal Paul Klee – Geschichte der Bilder ist vom 29.09.2012  bis zum 10.02.2013 geöffnet. Die Düsseldorfer Klee-Sammlung, der wohl größte Bestand des Künstlers in einem deutschen Museum, gibt einen unvergleichlichen Einblick in das Werk dieses vielseitigen Künstlers. Gleichzeitig soll auch die oft höchst wechselvolle Geschichte der einzelnen Werke dargestellt werden.

Wichtige aktuelle Einzelpositionen der zeitgenössischen Kunst werden sowohl im Ständehaus als auch am Grabbeplatz präsentiert: Roman Ondák Within Reach of Hand or Eye (K21 Ständehaus, 25.02. – 28.05.2012) fasst drei Arbeiten zusammen, von denen eine eigens für den Ausstellungsort konzipiert wurde. Die Präsentation stellt Fragen nach der Wahrnehmung der Welt, nach Distanz und Nähe, nach den Grenzen und den Möglichkeiten des eigenen Wissens und Einflusses. Die britische Künstlerin Gillian Wearing (K20 Grabbeplatz, 08.09.2012 – 06.01.2013) erhält eine erste Überblicksschau in Deutschland, die zusammen mit der Whitechapel Gallery in London erarbeitet worden ist.

Ein Querschnitt durch das Angebot der Abteilung Bildung

Wie alle anderen Ausstellungen, so werden natürlich auch die beiden Ausstellungen 100 mal Paul Klee und Fresh Widow von einem Angebot der Abteilung Bildung begleitet. Hier geht es darum, Kinder und Jugendliche selbst an den Ausstellungsprojekten gestaltend teilhaben zu lassen sowie ihre Alltagswelt mit der Betrachtung von Kunst und eigener kreativer Arbeit zu verbinden. So ist das Projekt „Schöne Aussichten“ zur Fensterbilder-Ausstellung zweiteilig angelegt: Im ersten Teil besuchen die Kinder das Museum, besichtigen und besprechen verschiedene Werke. Im zweiten Teil gehen die Museumspädagogen der Kunstsammlung in Schulen oder Kindergärten und leiten dort die „Produktion“ von Fenster-Bildern an. Gemeinsam mit den Kindern erkunden sie den Ausblick aus den eigenen Räumen und regen sie dazu an, ihn als gerahmtes Bild zu betrachten. Die „Übersetzung“ der sichtbaren Umgebung in Bilder, bei denen abstrakte Formen zum Einsatz kommen, macht die Arbeitsweise der Künstler verständlich.  

Als Teil des „Kulturrucksacks“ der Landesregierung Nordrhein-Westfalen wird ab April zur Klee-Ausstellung das Projekt „polyphon“ für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren angeboten. Es gibt den Jugendlichen die Gelegenheit, sich regelmäßig samstagnachmittags mit der Kunst Paul Klees auseinanderzusetzen, in der offenen Medienwerkstatt selbstständig mit digitalen Bildmedien und Musik zu experimentieren und eigene (Musik-)Videos und Kurzfilme zu Paul Klee zu entwickeln. Zum Projekt wird ein Video-Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem die besten eingesendeten Videos prämiert werden.

Weiter können sich Besucher ab 5 Jahren in erwachsener Begleitung an der Museumskasse einen „Klee Koffer“ ausleihen, der sie durch die Klee-Räume führt. Im Koffer finden sie Informationen zu verschiedenen Werken, Anschauungsmaterial zu den künstlerischen Techniken Klees sowie kreative Aufgaben.

Im Vorfeld der Sammlungspräsentation werden ab Mai Schüler und Schülerinnen der zweiten Klasse der Düsseldorfer Paul-Klee-Grundschule zu jungen Klee-Experten, den Klee-Kindern ausgebildet. Ziel des partizipativ angelegten Projekts ist es, dass sich die Kinder intensiv mit Paul Klee auseinandersetzen und das Konzept für eine Kinder-Eröffnung zur Klee-Präsentation erarbeiten, an der sie selbst mitwirken. Bei der Kinder-Vernissage stehen sie dann selbst als Ansprechpartner (Kinder-Cicerones) für andere Kinder bereit, informieren über den Künstler und seine Werke.

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