Erst am Montag hatte Stadtsprecher Kai Schumacher bekanntgegeben, dass Oberbürgermeister Joachim Erwin doch nicht nur unter einer Erkältung leide, sondern mit einem Infekt, den er sich bei seiner Dienstreise nach China zugezogen habe, erneut im Krankenhaus liege. Heute nun die traurige Nachricht: Erwin ist in der Nacht zu Dienstag verstorben. Der Oberbürgermeister litt seit 2003 an Darmkrebs. Er hinterlässt Ehefrau Hille sowie zwei Kinder.
Joachim Erwin wurde 1999 ins Amt des Oberbürgermeisters gewählt und 2004 mit absoluter Mehrheit im ersten Wahlgang wiedergewählt. Mit seinem Namen untrennbar verbunden ist die Entschuldung der Stadt sowie der Bau der LTU arena. Stadtdirektor Helmut Rattenhuber, der die Amtsgeschäfte der Stadtverwaltung bis zur Wahl eines neuen Oberbürgermeisters führen wird, würdigte den Einsatz Erwins: "Ihm gilt unser aller Dank für das, was er für Düsseldorf geleistet hat. Trotz seiner schweren Krankheit hat er sich aufopferungsvoll für unsere Stadt engagiert. Er bleibt damit für uns ein großes Vorbild."
Die Beerdigung soll am Donnerstag, 29. Mai, auf dem Nordfriedhof stattfinden. An allen städtischen Gebäuden ist bis dahin Trauerbeflaggung angeordnet. Die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer können sich an fünf Ortem in Kondolenzbücher eintragen:
Im Rathaus, Marktplatz:
- Mittwoch, 21. Mai, von 12 bis 20 Uhr,
- Donnerstag, 22. Mai, 9 bis 13 Uhr,
- Freitag, 23. Mai, 7 bis 20 Uhr, sowie am
- Samstag, 24. Mai, von 9 bis 13 Uhr.
Am Mittwoch, 21. Mai, 12 bis 20 Uhr, und Freitag, 23. Mai, 7 bis 20 Uhr, liegen Kondolenzbücher noch in vier Bezirksrathäusern aus:
- Rathaus Kaiserswerth, Kaiserswerther Markt 23,
- Rathaus Eller, Gertrudisplatz 8,
- Rathaus Benrath, Benrodestraße 46, und
- Bezirksverwaltungsstelle Gerresheim, Neusser Tor 12, da im eigentlichen Rathaus Umbauarbeiten laufen.
Joachim Erwin wurde am 2. September 1949 in Stadtroda/Thüringen geboren. 1952 gelangte er mit seiner Familie zunächst nach Wuppertal; 1960 folgte der Umzug nach Düsseldorf. Hier legte er 1968 sein Abitur am Humboldt-Gymnasium ab. Erwin studierte Rechtswissenschaften, Sport und Hispanistik. 1973 folgte das 1. Juristische Staatsexamen, nach Referendardienst und einem Lehrauftrag an der Ruhruniversität Bochum dann 1976 das 2. juristische Staatsexamen. Im selben Jahr ließ er sich als Anwalt in Düsseldorf nieder.
1967 trat Erwin der Jungen Union (JU) und der CDU bei. Erstmals Mitglied des Düsseldorfer Stadtrates wurde Erwin 1975 (bis 1988), dann folgte ein Wechsel in den nordrhein-westfälischen Landtag (bis 1990). 1994 wurde er erneut in den Rat gewählt. Er bekleidete von 1994 bis 1999 den Posten als Vorsitzender des Personal- und Organisationsausschusses, 1997 und 1998 führte er, bis zu seiner Wahl als Oberbürgermeister, die CDU-Fraktion.




