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Palastblühen im Kunstpalast: Wenn Floristik zur Kunst wird

Das Frühlingsformat bringt noch bis zum 26. April Blumen ins Museum.

Im Kunstpalast ist der Frühling eingezogen und das nicht nur symbolisch. Beim „Palastblühen“ treten noch bis zum 26. April rund 30 florale Arbeiten in einen Dialog mit den Werken der Sammlung. Bereits zum dritten Mal lädt das Museum dafür Düsseldorfer Florist:innen ein, eigene Interpretationen zu Gemälden, Skulpturen und Räumen zu entwickeln. Was dabei entsteht, ist weit mehr als dekoratives Beiwerk: Es sind eigenständige, teils überraschende Positionen zwischen Handwerk, Raumkunst und kuratorischem Kommentar.

Dass das Format längst mehr ist als ein experimenteller Frühlingsakzent, zeigt der enorme Zuspruch. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 34.000 Menschen in den zehn Tagen der Präsentation in den Kunstpalast. Für Generaldirektor Felix Krämer ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass „Palastblühen“ inzwischen fest zum Haus gehört. Das Interesse sei so groß, dass Besucher:innen ihren Urlaub nach dem Format planten, sagte er bei der Pressekonferenz. Deshalb reagiert das Museum in diesem Jahr mit verlängerten Öffnungszeiten, einem geöffneten Montag und sogar einem zweiten Eingang.

Florale Arbeiten eröffnen neue Perspektiven

Das Besondere an „Palastblühen“ ist die Verbindung von bildender Kunst und Floristik. Die Arrangements stehen nicht für sich allein, sondern beziehen sich auf einzelne Werke oder ganze Räume des Rundgangs. So entstehen neue Sichtachsen, Stimmungen und Assoziationen, die den Blick auf die Sammlung verändern.

Felix Krämer betonte, dass gerade diese Gegenüberstellungen dazu führten, bekannte Werke noch einmal anders wahrzunehmen. Farben, Formen und Motive träten plötzlich deutlicher hervor. Blumen und florale Eingriffe veränderten nicht nur den Raum, sondern auch die Art, wie Kunst betrachtet werde. Museen mit Blumen seien, so Krämer, „die schöneren Orte, die lebenswerteren, die attraktiveren Orte“.

Zu sehen sind unter anderem ein Arrangement des Blumenhauses am Hofgarten vor einem Altarbild zu Beginn des Rundgangs, das mit Pfaffenhütchen, Rosen und Ilex religiöse Bildwelten und historische Bezüge zur Orgeltradition aufgreift. Blumen Lehmann setzt vor dem Porträt der Stegreifvirtuosin Teresa Bandettini von Angelika Kauffmann auf ein leichtes, fast tänzelndes Ensemble aus Allium- und Ranunkelblüten. Blüten&meer interpretiert Max Liebermanns „Kartoffelernte“ mit Rittersporn, Clematis, wilden Tulpen und feinen Gräsern. Nymph Blumen wiederum bezieht sich mit Nelken, Chrysanthemen, Hortensien und französischen Tulpen auf die Farbigkeit von Franz Marcs „Akte unter Bäumen“.

Auch raumgreifende Installationen gehören zum Parcours: Victor Breuer errichtet vor der Wendeltreppe einen Birkenwald mit Blüten in Reagenzglaskugeln, die Tannendiele arbeitet im Raum „Radikale Reduktion“ mit weißen Blüten und Gräsern auf Metalltürmen. Das October First Studio reagiert auf Daniel Weissbachs Werk „Stelle #02“ mit einem Mobile aus Blüten und Blättern, das durch die Bewegung der Besucher:innen in Schwingung gerät.

Lokale Floristik rückt in den Mittelpunkt

Kuratiert wird das Format von Lena Spoo, die bei der Pressekonferenz vor allem die beteiligten Florist:innen würdigte. Insgesamt sind in diesem Jahr 16 Florist:innen aus acht Düsseldorfer Häusern beteiligt. Sieben der Geschäfte waren bereits in den Vorjahren dabei, neu hinzugekommen ist Janina Rüger von Blüten&meer. Spoo betonte, wie wichtig dem Kunstpalast der lokale Bezug sei. Die Teilnehmer:innen kommen bewusst aus Düsseldorf. Besucher:innen sollen nicht nur die floralen Arbeiten im Museum sehen, sondern im Idealfall auch die Ateliers und Geschäfte der Florist:innen in der Stadt entdecken. So werde auch das florale Handwerk vor Ort sichtbarer.

Die Auswahl der Arbeiten erfolgt jedes Jahr in einem offenen Prozess. Die Florist:innen besuchen zunächst die Sammlung und reichen anschließend ihre Konzepte ein. Erst danach beginnt die kuratorische Zuordnung der Werke und Räume. Ziel ist ein abwechslungsreicher Parcours, der unterschiedliche künstlerische Handschriften zusammenbringt.

„Ist das Kunst? Na klar“

Eine zentrale Frage, die das Format auch in diesem Jahr begleitet, wurde bei der Pressekonferenz sehr eindeutig beantwortet: Ist Floristik Kunst? Für Lena Spoo lautet die Antwort klar „Ja“. Auch Felix Krämer ließ daran keinen Zweifel. Die übliche Trennung zwischen Kunst, Kunsthandwerk und angewandter Gestaltung halte er für wenig überzeugend. Gerade die eingereichten Konzepte der beteiligten Florist:innen seien oft so reflektiert, dass sie sich hinter klassischen Ausstellungsformaten keineswegs verstecken müssten.

Dass florale Arbeiten vergänglich sind, sei dabei kein Gegenargument. Auch in der Kunstgeschichte gebe es längst etablierte ephemere Formen, etwa in der Performancekunst. Für Krämer ist daher klar: Die beim „Palastblühen“ gezeigten Arbeiten verdienen es, als Kunst wahrgenommen und ausgestellt zu werden.

Pflege statt Verwelken

Ein häufiges Missverständnis möchte das Museum in diesem Jahr gezielt ausräumen: Niemand müsse zwingend an den ersten Tagen kommen, um die Arrangements in bestem Zustand zu erleben. Laut Krämer werden die floralen Arbeiten während der gesamten Laufzeit intensiv gepflegt. Auch am letzten Tag seien alle Beteiligten präsent, um ihre Installationen zu betreuen und frisch zu halten. Anders als ein Gemälde brauche diese Form der Ausstellung laufende Aufmerksamkeit. 

Nur noch ein paar Tage bleibt Zeit für einen Besuch beim „Palastblühen“ im Kunstpalast. Online sind derzeit keine Tickets mehr verfügbar, doch nach Angaben des Hauses wird nicht das gesamte Kontingent vorab ins Netz gestellt. Wer spontan vorbeikommen möchte, kann also weiterhin sein Glück an der Tageskasse versuchen, sollte wegen der hohen Nachfrage aber längere Wartezeiten einplanen. Aktuelle Hinweise zu Kapazitäten und Einlass veröffentlicht der Kunstpalast auf seiner Instagram-Seite.

Erweiterte Öffnungszeiten für das Frühlingsformat

Wegen des großen Andrangs während des „Palastblühens“ erweitert der Kunstpalast seine Öffnungszeiten deutlich. Es ist täglich – auch am Montag, dem regulären Schließtag – von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Von Donnerstag, dem 23. April, bis Samstag, dem 25. April, ist das Museum jeweils von 10:00 bis 21:00 Uhr geöffnet.

Mit dem „Palastblühen“ hat der Kunstpalast ein Format etabliert, das in Deutschland weiterhin eine Ausnahmestellung einnimmt. Während ähnliche Projekte in Museen in den USA, in England oder der Schweiz bereits bekannt sind, war der Kunstpalast das erste Museum hierzulande, das die Verbindung von Sammlung und Floristik in dieser Größenordnung umgesetzt hat. Inzwischen dient das Projekt sogar anderen Häusern als Inspiration – etwa in Antwerpen, wo in Kürze ein vergleichbares Format startet.

Wenn also im Kunstpalast in diesen Tagen Blüten auf Meisterwerke treffen, dann geht es nicht nur um Frühlingsstimmung. Es geht um neue Zugänge zur Kunst, um die Aufwertung eines oft unterschätzten Handwerks und um die Frage, wie lebendig ein Museum sein kann.

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