Die Renaissance ist die Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Sie überwand das mittelalterliche Welt- und Menschenbild: Der Mensch wurde zum Maß aller Dinge. Dabei orientierte sie sich an der griechischen und römischen Kunst und erweckte die antiken Philosophen, Historiker und Dichter zu neuem Leben.
Galileo Galilei wies die Theorie eines um die Sonne kreisenden Planetensystems nach, die bereits im Jahrhundert zuvor durch Nikolaus Kopernikus entwickelt worden war. Auf dem Renaissancefest in Schloss Dyck darf daher ein Kosmograph nicht fehlen. Er erläutert anhand von zeitgenössischen Karten und Apparaturen die unterschiedlichen Modelle von Kopernikus und Galileo Galilei und verdeutlicht die wissenschaftlichen Neuerungen im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit.
Von einem Renaissancefürsten wurde nicht nur erwartet, dass er ein tapferer Krieger und gerechter Herrscher sei, sondern auch ein geschickter Tänzer. Die Fertigkeit des Tanzes sollte ihm Anmut und Würde verleihen und gute Manieren lehren. Berühmte Tänze der Renaissance sind der Schreittanz (die Pavane), der Deutsche Tanz und der Saltarello, bei dem ein Hüpfsprung eingebaut ist und dessen Name sich vom italienischen saltare (hüpfen) herleitet. Die Pavane war ein prozessionsartiger Schreittanz des Adels mit einfach gehaltenen Tanzschritten, die mit den besten Kleidern, mit Schmuck und Waffen problemlos getanzt werden konnten. Dreimal täglich führt die Gruppe für Historisches Tanzen aus Köln bekannte Tänze auf. Die Tänze finden im Zusammenhang mit der Modenschau auf der Orangeriehalbinsel statt.
Die Modenschau kann als größte Besonderheit beim Renaissancefest bezeichnet werden. Denn vom 14. Jahrhundert an änderte sich die Mode schlagartig. Kleidung wurde zum Ausdruck der Persönlichkeit und des individuellen Geschmacks. Vier Schneiderinnen aus der Region zeigen bei der Modenschau ihre schönsten Stücke. Mit dabei sind Kleider aller Preisklassen, für die Bäuerin bis zur Edeldame. Und Kleidung für den Herren darf natürlich auch nicht fehlen.
Rund um das Schloss bauen rund 80 Handwerker und Händler ihre Stände auf. Auf der Schwarznusswiese präsentieren Edelleute, Landsknechte und Ritter das zeitgenössische Leben sowie ihre Waffen und messen sich im Kampf. Der Wirtschaftshof hingegen steht ganz im Zeichen der Kinder: Kinderritterturniere werden veranstaltet, eine Puppenspielerin und ein Zauberer sind zu Gast. Außerdem wird geschmiedet, getöpfert und gefilzt. Das musikalische Programm wird durch die Musik der Formation Annwn und ihrer Harfenistin Sabine Hornung sowie durch die Musikanten von „A la Via“ bestimmt. Das Gauklerduo Jomanakü belustigt das Volk mit allerlei Schabernack.
Am Konzertabend am Freitag, dem 22. Mai auf der Orangeriehalbinsel beginnt das Programm ab 20.00 Uhr mit einer Modenschau und einem Konzert der Gruppe Annwn. Ab 22 Uhr steht dann die Gruppe „Faun“ auf der Bühne. Den Abschluss bildet eine große Feuershow des Gauklerduos Jomanakü.
Verkehrslenkung
Am Donnerstag und Sonntag greift ein System zur Verkehrslenkung: Die Autofahrer werden gebeten, den Umleitungsschildern zu folgen. Um den Verkehrsstrom zu lenken, wird die L 32 in Richtung Schloss Dyck zur Einbahnstraße. Von der A46, Autobahnausfahrt 14 (Grevenbroich-Kapellen) werden die Besucher über die L 32 direkt zu den Parkplätzen geleitet.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Am Donnerstag und Sonntag ist das Renaissancefest von 11 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Es werden stündlich wechselnde Programmpunkte geboten. Erwachsene zahlen acht Euro, ermäßigt sechs Euro Eintritt, Kinder zwischen 7 und 16 Jahren zwei Euro. Für Kinder unter sieben Jahren ist der Eintritt frei.




